Einbruchschutz: wertvolle Tipps, um Fenster zu sichern
von Hajo Simons
Veröffentlicht am 13. Juni 2026

Einbruchschutz ist wichtiger denn je. Die Kriminalstatistik 2025 besagt Erschreckendes. Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland stieg von 78436 Einbrüchen und Einbruchsversuchen auf 82.920 Fälle im Jahr 2025. Einbruchsdelikte in Kellern und Waschküchen sowie auf Dachböden kommen mit 92870 Fällen hinzu. Einbrecher nutzen jede Schwachstelle, um ins Haus zu gelangen. Besonders leicht haben sie es bei ungesicherten Fenstern. Deshalb ist eine gute Prävention wichtig. Dieser Ratgeber enthält wertvolle Tipps, wie Sie Ihre Fenster vor Einbrechern schützen können.

Prävention schreckt ab: Widerstandsklassen für einbruchhemmende Fenster

Planen Sie einen Neu- oder Umbau, sollten Sie den Fenstern besondere Beachtung schenken. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass diese geprüft und zertifiziert sind. Damit können Sie bei einem korrekten Einbau sicher sein, dass Rahmen, Verglasung und Beschlag aufeinander abgestimmt sind und das Fenster als Gesamtkonstruktion einen hochwertigen Einbruchschutz bietet.

Dennoch gibt es Unterschiede im Ausmaß des Widerstands. Damit Sie sich orientieren können, teilt die Norm die Fenster in Widerstandsklassen ein. Für den privaten Bereich sind die Widerstandsklassen eins bis drei relevant.

Kaufen Sie Fenster mit der Widerstandsklasse RC 1 N (Normalverglasung), haben Einbrecher leichtes Spiel. Die Täter benötigen mit einfachem Werkzeug nur wenige Sekunden, um das Fenster aufzubrechen.

Einen Mindestschutz bieten die von der Polizei und Versicherern empfohlenen Fenster mit der Widerstandsklasse RC 2 und RC 2 N (Normalverglasung). Bei diesen Fenstern benötigen mit leichtem Werkzeug ausgestattete ungeübte Täter, die kein Brecheisen dabei haben, maximal drei Minuten, bis sie ihr Ziel erreichen. Diese Fenster sind mit einbruchhemmender Verglasung und Pilzkopfzapfenbeschlägen ausgestattet. Viele Modelle besitzen zusätzlich einen abschließbaren Fenstergriff.

Dennoch ist es besser, den Einbrechern das Leben mit einbruchhemmenden Fenstern der Widerstandsklasse RC 3 zu erschweren. Denn diese sind mit einer noch besseren Verglasung ausgestattet. Die Fenster halten Einbruchsversuchen mit einfachen Werkzeugen und einem mit Hebelwirkung (Brechstange) mindestens fünf Minuten lang stand. Das bedeutet für den Einbrecher fünf Minuten Gefahr, entdeckt zu werden.

Die Widerstandsklassen RC 4, 5 und 6 halten Einbruchversuchen mit Elektrowerkzeugen und Schlagaxt zehn bis zwanzig Minuten lang stand. Diese Fenster empfiehlt die Polizei zum Schutz von Unternehmen.

Sicherheit hat ihren Preis

Wie viel ein einbruchhemmendes Fenster kostet, hängt von der Widerstandsklasse, der Art der Verglasung, der Rahmengröße und dem Rahmenmaterial ab. Einfache Fenster mit der geringsten Widerstandsstufe kosten zwischen 150 und 1.000 Euro. Entscheiden Sie sich für Fenster der Widerstandsklasse 2, zahlen Sie siebzig bis 250 Euro zusätzlich. Wünschen Sie noch mehr Sicherheit durch Fenster der Widerstandsklasse 3, erhöht sich der Preis nochmals.

Die besten Tipps, um Fenster sicherer zu machen

Planen Sie keine Sanierung oder einen Neubau, ist es dennoch möglich, die Fenster sicherer zu machen. Die dazu erforderlichen Nachrüstsysteme müssen der DIN 18104 entsprechen. Einige Möglichkeiten zum Nachrüsten der Fenster sowie Tipps zur Erhöhung der Sicherheit von Bestandsfenstern stellt dieser Ratgeber im Folgenden vor.

Fensterrahmen fest mit dem Mauerwerk verbinden

Der Einbruchschutz beginnt bereits beim Einbau des Fensterrahmens. Überlassen Sie diese Arbeit den Fachleuten, denn sie wissen, wie sie den Fensterrahmen fest mit dem Mauerwerk verbinden. Wird das Fenster nicht fachgerecht eingesetzt, können Einbrecher es in einem Stück entfernen, um in Ihre Wohnung zu gelangen.

Roll- und Rundzapfen durch Pilzkopfzapfen austauschen

Alte, nicht einbruchsichere Fenster sind mit herkömmlichen Rund- oder Rollzapfen ausgestattet. Einen höheren Einbruchschutz bieten Pilzkopfzapfen. Tauschen Sie den Fensterbeschlag aus, platzieren Sie die T-förmigen Pilzkopfzapfen an unterschiedlichen gegenüberliegenden Stellen der Fensterseiten.

Mit Fenstergittern und Fenster-Stangenschlössern den Einbrechern das Leben erschweren

Fenstergitter stellen in Gefängnissen sicher, dass die Insassen nicht durch offene Fenster fliehen. Den gegenteiligen Nutzen haben Sie beim Einbruchschutz, denn im Mauerwerk fest verankerte Fenstergitter halten Einbrecher davon ab, in Ihre Wohnung zu gelangen und Ihnen Ihr Hab und Gut zu stehlen.

Fenster-Stangenschlösser sichern hohe Fenster und Doppelflügel-Fenster unauffällig. Die Bedienung erfolgt über den Fenstergriff.

Mit einem Fensteralarm dem Einbruchsversuch ein jähes Ende bereiten

Das Wichtigste bei einem Einbruch ist, dass er schnell und leise vonstattengeht. Ein wirksames Abschreckungsmittel ist daher eine von Fachleuten angebrachte Alarmanlage, die einen Einbruchsversuch lautstark unterbricht.

Mit Rollläden den Einbruchschutz verstärken

Den Einbruchschutz erhöhen Sie mithilfe hochwertiger Rollläden. Dies trifft jedoch nicht auf lieblos eingebaute Rollläden zu. Damit diese vor Einbrechern schützen, empfiehlt es sich, die Rollläden maßgeschneidert zu bestellen. Denn nur wenn sie den vorhandenen Fenstermaßen angepasst wurden, schützen sie wirksam. Dieser setzt jedoch voraus, dass der Rollladen vollständig geschlossen ist.

Einfach und leise geht es, wenn Sie den Rollladen mit einem Rollladenmotor nachrüsten. Möchten Sie für den höchstmöglichen Komfort Ihren Rollladen ins Smarthome einbinden, empfiehlt sich der Einbau eines Funk-Rollladenmotors.

Moderne Technik als wachsamen Helfer nutzen

Beim Schutz vor Einbrüchen ist die moderne Technik ein wachsamer Helfer.

Mit Sicherheitsfolien das Glas vor Bruchversuchen schützen

Besitzen Sie noch alte Fenster ohne besonderen Einbruchschutz, sind unsichtbare Sicherheitsfolien ein geeignetes Mittel für mehr Sicherheit. Die kunststoffbeschichteten Folien machen das Fenster widerstandsfähiger gegen Einbrüche. Versucht der Täter, ins Haus zu gelangen, indem er die Scheibe einschlägt, scheitert er zunächst, denn das zerstörte Glas zerfällt nicht in unzählige Stücke, sondern bleibt als Verbund stehen. Der Einbrecher verliert dabei wertvolle Zeit.

Fenstersensoren – eine intelligente Lösung zum Schutz vor Einbrüchen

Fenstersensoren ähneln in ihren Funktionen denen der Wachhunde. Sie reagieren auf Bewegungen und Vibrationen. Wenn Sie wünschen, dass der Einbrecher erschrickt und möglichst schnell das Weite sucht, entscheiden Sie sich für einen lautstarken Alarm, der Bewohner des Hauses und Nachbarn aufweckt.

Eine andere Variante ist der stille Alarm, von dem der Täter nichts mitbekommt. Jedoch erhält eine Sicherheitszentrale automatisch eine Nachricht. Einige Modelle informieren die Hausbewohner per Smartphone über den Einbruchsversuch. Die Sensoren bringen Sie durch Kleben oder Schrauben am Fensterrahmen an.

Foto: © AA+W / stock adobe

Verfasst von Hajo Simons
arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).